Zum Verständnis der Sakramente

1. Taufe 5. Krankensalbung
2. Firmung 6. Weihe
3. Eucharistie 7. Ehe
4. Versöhnung

 

Was ist ein Sakrament?
In den Sakramenten der Kirche wird Gottes heilbringende Gemeinschaft mit den Menschen sichtbar, hörbar und spürbar.
Das wird besonders anschaulich in der Eucharistie: sie verspricht nicht nur Gemeinschaft mit Gott und den Menschen, sondern schafft sie; in ihr wird nicht nur vom neuen Leben geredet, sondern Jesus teilt sich selbst zu neuem Leben aus. Ähnliches lässt sich von allen Sakramenten sagen: in ihnen wirkt Gott das, wovon sie reden und was sie anzeigen.
Die Sakramente lassen sich dem Lebenslauf des Menschen zuordnen. An den Höhe- und Wendepunkten seines Lebens spricht die Kirche ihm im Namen Jesu Christi wirksam Gottes Liebe und Heil, seine Gnade, zu und zeigt durch Zeichenhandlungen an, wie Gott uns Menschen zugetan ist.
In der Taufe wird dem Menschen zu Beginn seines Christenlebens die Gemeinschaft mit Jesus Christus und allen Christen wirksam zugesagt. In der Firmung wird durch die Stärkung mit Heiligem Geist bekräftigt, was in der Taufe begann: Leben als Christ. Deshalb gehören Taufe und Firmung zusammen.
Auch in der Schuld ist der Christ nicht ohne ein Zeichen der Nähe Gottes.
Im Sakrament der Buße bietet ihm Gott die Versöhnung an und schenkt ihm aufs neue Vergebung.
Dem Schwerkranken wird in der Krankensalbung Mut und Hoffnung auf Gottes Heil und seine Barmherzigkeit zugesprochen und vermittelt.
Wenn jemand als Diakon, Priester oder Bischof zum besonderen Dienst in der Kirche beauftragt wird, wird ihm diese Aufgabe durch das Weihesakrament übertragen.
Im Sakrament der Ehe wird den Brautleuten zugesagt, dass die Liebe Gottes in ihrer gegenseitigen Liebe wirksam wird. Die eheliche Gemeinschaft wird zum Zeichen der Gemeinschaft, die Gott schenkt. Die Sakramente machen also die gemeinschaftsstiftende Liebe Gottes den Menschen leibhaft, sinnenfällig erfahrbar.
Das größte und kostbarste Zeichen der Liebe Gottes und seiner Nähe zu den Menschen ist für Christen die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus. Er ist das Sakrament Gottes, eine göttliche Heilsgabe. In Jesus Wort und Tat wird Gottes heilendes und heiligendes Handeln für alle Menschen sichtbar und erfahrbar.

Die Katholische Kirche unterscheidet sieben Sakramente. Bis ins Mittelalter schwankte die Zahl zwischen zwei und dreißig. Erst im 13. Jahrhundert setzte sich die Auffassung durch, dass unter den vielen kirchlichen Handlungen vor allem sieben als Zeichen der Nähe Gottes erkennbar sind.

Aus: Grundriss des Glaubens. Katholischer Katechismus, Allgemeine Ausgabe, hg. v. Deutschen Katecheten-Verein, München 1980, S. 143 f. und Der Lebensweg im Spiegel der Sakramente. /Jürgen Hoeren.


Jesus gilt daher als das Ursakrament


1. Die Taufe .
Empfänger: Jeder Mensch, der noch nicht getauft ist
Spender: Ordentliche Spender sind: Bischöfe, Priester, Diakone. Im Notfall, kann jeder Mensch sogar, ein ungetaufter, taufen, falls er die notwendige Absicht hat, zu tun, was die Kirche bei der Taufe tut.
Sakramentales Zeichen: Wasser, in dem der Täufling untergetaucht, oder das ihm über den Kopf gegossen wird.
Dazu spricht der Taufende:
,,N., ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes".
Biblische Grundlage: ,,Geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft Sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen was ich euch geboten habe." ( Matthäus 28, 19-20)
Sonstiges: Die Taufe kann nur einmal gültig gespendet werden. Sie bewirkt vor allem die Eingliederung in die Kirche.


2. Die Firmung    
Empfänger: Jeder Getaufte, der noch nicht gefirmt ist, kann und soll das Sakrament der Firmung empfangen. In der lateinischen Kirche werden Kinder und Jugendliche gefirmt, die bereits selbständig den Glauben bekennen und verstehen können, was in der Firmung geschieht.
Spender: Ordentlicher Spender der Firmung ist der Bischof, in Ausnahmefällen kann jeder Priester damit beauftragt werden.
Sakramentales Zeichen: Handauflegung, Gebet, Salbung mit Chrisam. ,,N., sei besiegelt durch die Gabe Gottes, dem Heiligen Geist.
Biblische Grundlage: Das Sakrament der Firmung hat sich aus der Taufpraxis der frühen Kirche entwickelt. In der Apostelgeschichte lesen wir: Als die in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte, schickten sie Petrus und Johannes dorthin. Diese zogen hinab und beteten für sie, sie möchten den Heiligen Geist empfangen. Denn er war noch auf keinen von ihnen herabgekommen; sie waren nur auf den Namen Jesu, des Herrn, getauft. Dann legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist. (Apg 8,14-17)
Sonstiges Die Firmung kann nur einmal gültig gespendet werden. Sie vollendet und bekräftigt die Taufe. Der Gefirmte soll durch den Heiligen Geist im Glauben gestärkt und in seiner Zugehörigkeit zur Kirche gefestigt werden

 

3. Die Eucharistie

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Empfänger:

Jeder getaufte Christ soll regelmäßig an der Feier der Eucharistie teilnehmen. Das Essen und Trinken der heiligen Gaben ( die Kommunion ) soll man oft und ehrfürchtig vollziehen.
Als höchstes Zeichen der Zugehörigkeit zur Kirche setzt die Kommunion nach katholischer Auffassung die volle Kirchengemeinschaft voraus.

Spender:

Der Eucharistiefeier muss ein geweihter Bischof oder Priester vorstehen. Ordentliche Kommunionspender sind Bischöfe, Priester und Diakone, jeder Christ kann als außerordentlicher Kommunionspender beauftragt werden.

Sakramentales Zeichen:

Brot und Wein, über die das ,,Dankgebet", das heißt das Eucharistische Hochgebet, gebetet werden. Essen und Trinken

Sonstiges:

Dieses Sakrament kann und soll öfter empfangen werden. In der Eucharistie wird der gekreuzigte und auferstandene Herr auf besondere Weise gegenwärtig. In der Kommunion schenkt er wirkliche Gemeinschaft mit sich, er schenkt uns seinen Leib und sein Blut, d.h. sich selbst.

 

4. Das Sakrament der Buße und Versöhnung ( Beichte )
Empfänger: Jeder getaufte Christ der sich seiner Sünden bewusst ist und sie bereut.  
Spender: Bischöfe und Priester
Sakramentales Zeichen: ( angedeutete ) Handauflegung bzw. Segensgestus des Priesters, Lossprechung durch den Priester. Die Akte des Empfängers sind: die Reue, das Bekenntnis und der Vorsatz, Genugtuung und Werke der Sühne zu leisten.
Biblische Grundlage: Am Osterabend zeigte sich Jesus seine Aposteln und sprach zu ihnen empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert. ( Johannes 20,22-23 )

 

5. Die Krankensalbung

Empfänger:

Ernsthaft erkrankte Christen.  

Spender:

Priester und Bischöfe

Sakramentales Zeichen:

das Krankenöl, Salbung auf Stirn und Händen, Gebet.

Biblische Grundlagen:

Im Jakobusbrief heißt es: ,,Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Presbyter ( Ältesten ) der Gemeinde; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben. ( Jak 5, 14-15 )

Sonstiges:

Das Sakrament der Krankensalbung ist kein Sterbesakrament! Deshalb ist die offensichtlich unausrottbare Bezeichnung ,,Letzte Ölung" unangemessen und irreführend!!!

 

6. Das Weihesakrament

Empfänger:

Getaufte Männer  

Spender:

Bischöfe  

Sakramentales Zeichen:

Handauflegung und Gebet  

Drei Stufen:

Diakon-, Priester-, Bischofsweihe

 

7. Die Ehe    
Empfänger: Mann und Frau
Spender: Die Eheleute sich selbst. Bischöfe, Priester oder Diakone assistieren ihnen dabei.
Sakramentales Zeichen: Das Ja-Wort bzw. Vermählungswort. Je nach Ritus und örtlichem Brauch kommen Zeichen wie etwa Ringtausch, Krönung etc. hinzu.